Im vergangenen Schuljahr stand das Zusammenspiel von Menschen innerhalb von Gruppen im Zentrum des Unterrichts. Wir haben uns intensiv mit psychologischen Grundbedürfnissen, Teamprozessen und zwischenmenschlicher Dynamik befasst. Ziel war es, besser zu verstehen, was das Zusammenarbeiten fördert – und welche Hindernisse dabei auftreten können.
Ein zentrales Thema war die emotionale Vernachlässigung und ihre Auswirkungen. Anhand des Konzepts des Hospitalismus haben wir erarbeitet, wie gravierend fehlende soziale Zuwendung sein kann – insbesondere bei Kindern, aber auch im späteren Leben. Die Erkenntnis daraus: Zwischenmenschliche Nähe, Wertschätzung und regelmäßige Kommunikation sind nicht nur im privaten Umfeld wesentlich, sondern auch für ein gesundes Arbeitsklima unerlässlich.
Ein weiteres Modell, das uns zum Nachdenken angeregt hat, war das sogenannte Pinguin-Prinzip. Es beschreibt, wie schwer es vielen fällt, den ersten Schritt zu wagen – besonders wenn es um Veränderungen geht. Sobald jedoch jemand vorangeht, fällt es anderen leichter, mitzumachen. Diese Metapher zeigt, wie wichtig Mut und Vorbildfunktion sind, wenn es darum geht, Neues zu initiieren.
Außerdem haben wir uns mit dem Entwicklungsprozess von Teams auseinandergesetzt – basierend auf einem Modell, das den Ablauf in vier typische Phasen gliedert. Zu Beginn (Forming) lernen sich die Mitglieder kennen. In der zweiten Phase (Storming) entstehen oft Spannungen und Auseinandersetzungen, die jedoch notwendig sind, um in der dritten Phase (Norming) gemeinsame Regeln und Rollen zu etablieren. Erst dann – in der vierten Phase (Performing) – ist effiziente und harmonische Teamarbeit möglich.
Diese Inhalte haben mir geholfen zu verstehen, warum Gruppenarbeit manchmal stockt, was gute Zusammenarbeit ausmacht und wie wichtig Vertrauen, Offenheit und Geduld in jeder Form von Teamprozess sind.
